Governanceprozesse bei der Realisierung nachhaltiger Stadtquartiere
| Doktorandin: | Verena Schaeffer |
| Doktorvater: | Prof. Jean Ruegg |
| Zusammenfassung: |
Die nachhaltige Entwicklung stellt heute ein unumgängliches Prinzip der Raumentwicklung dar. Dem Ziel, einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen, begegnet man auf den verschiedenen räumlichen Ebenen, d.h. auf der kommunalen, der kantonalen und der nationalen Ebene. Im Zusammenhang mit der Realisierung einer nachhaltigen Stadtentwicklung besitzt die Quartiersebene eine grosse Relevanz, wobei u.a. die Sanierung bestehender Stadtquartiere und im Bedarfsfall der Bau neuer Stadtquartiere zu nennen sind. Der Bau neuer Stadtviertel stellt dabei eine besondere Chance dar, da die Aspekte der Nachhaltigkeit von Anfang an in die Realisierungsprozesse integriert werden können. Jedoch zeigt die Realität, dass zurzeit Neubauquartiere nur sehr selten den Anforderungen der Nachhaltigkeit ausreichend gerecht werden. Einige werden dem einen oder anderen Aspekt gerecht, aber die Integration aller Nachhaltigkeitsdimensionen ist nur selten zu beobachten. Das erklärt sich insbesondere darin, dass die Realisierung von nachhaltigen Stadtquartieren eine sehr komplexe Aufgabe ist, an der eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Handlungslogiken, die wiederum nur in seltenen Fällen einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen, beteiligt sind. Es wäre aber wünschenswert, dass in Zukunft zunehmend mehr nachhaltige Stadtquartiere gebaut werden, um eine ressourcensparende Entwicklung sowie eine höhere Lebensqualität in den Stadtquartieren gewährleisten zu können. Übergeordnetes Ziel der Dissertation ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Rauchentwicklung zu leisten. In diesem Zusammenhang gilt es zu untersuchen, auf welche Weise das Angebot an nachhaltigen Stadtquartieren vergrößert und wie seine Qualität verbessert werden kann. Konkretes Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, ob es Möglichkeiten gibt, die Steuerung der Realisierungssprozesse nachhaltiger Stadtquartiere zu verbessern. Aus der genannten Zielstellung ergibt sich die Forschungsfrage, auf welche Weise, d.h. durch welche Governanceformen, mit welchen Akteuren und unter welchen Rahmenbedingungen, der Neubau von nachhaltigen Stadtquartieren gefördert werden kann. Die Arbeit setzt sich aus drei Teilen zusammen: Im ersten Teil gilt es zu klären, auf welche Weise nachhaltige Stadtquartiere konkret definiert werden können. Da es keine einheitliche Definition gibt, werden Schlüsselkriterien identifiziert werden. Dieser Teil wird vor allem theoretischer Natur sein, wobei die nachhaltige Stadt- bzw. Quartiersentwicklung in Bezug auf das Governancekonzept und die geografischen Ebenen situiert wird. Auf dieser Basis wird ein Analyseraster entwickelt, das im zweiten Teil angewendet wird. Im zweiten Teil werden verschiedene, bereits realisierte, nachhaltige Stadtquartiere, wie z.B. das Stadtviertel Kronsberg in Hannover oder Neu-Oerlikon in Zürich analysiert: Konkret handelt es sich darum, diese Quartiere während ihrer Konzeptionsphase, der Realisierungs- und der Verwaltungsphase zu analysieren. Es wird untersucht werden, welche Akteure an jeder Phase beteiligt gewesen sind, durch welche Interessen ihr Verhalten gekennzeichnet war und wie sie gegenüber einer nachhaltigen Entwicklung eingestellt waren. Darüberhinaus werden Konflikte, die während der Prozesse zwischen den Akteuren entstanden sind, und Verhandlungsprozesse analysiert, da diese wichtige Elemente der Governanceprozesse darstellen. Im dritten Teil wird untersucht werden, auf welche Weise die gewonnenen Erkenntnisse aus den Fallstudien auf andere Städte bzw. Stadtquartiere übertragen werden können. Ziel ist es, Einflussfaktoren, die förderlich oder hinderlich auf die Realisierungssprozesse wirken können, sowie die Governanceformen, die die Realisierung nachhaltiger Stadtquartiere begünstigen können, zu identifizieren. |
| Schlüsslewörter: | Nachhaltige Stadtentwicklung, Governance, Nachhaltige Stadtquartiere, Nachhaltige Stadtviertel |
| Beginn der Arbeit: | 2005 |
| Kontakt: | Verena Schaeffer, Tel. +41 - (0)21 692 35 56 |


