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Programm des akademischen Jahres 2011-2012

Die Orte und die Nicht-Orte der Literaturen der Schweiz

Wo spielt die Literatur aus der Schweiz? – Irritierend häufig situieren die Literaturen der Schweiz ihre Handlungen an Orten, die zwar unverkennbar helvetische Züge tragen, aber doch auf keiner Landkarte zu finden sind. Das bekannteste deutschsprachige Beispiel ist Gottfried Kellers „Seldwyla“, doch hat es viele literarische Nachbargemeinden erhalten. Es sind dies allerdings kaum größere Städte, sondern meist überschaubare Dörfer, in deren Mikrokosmos am individuellen Verhalten der Helden das Funktionieren der ganzen Gesellschaft anschaulich wird. Trotzdem schrumpfen sie nicht zur Verkleinerungsform der ohnehin kleinräumigen Schweiz, zu einem Swissminiature. Im Gegenteil: In ihrer literarischen Gestalt, unter fremdem Namen, lösen sich diese Nicht-Orte von der Schwerkraft jener helvetischen Verhältnisse, die sie doch anzeigen. Sie nehmen kritisch Abstand von der schweizerischen Realität, um ihr einen fremd-bekannten Spiegel vorhalten zu können, als ihr satirisches Zerrbild oder als ihr utopischer Traum. Mit diesen Nicht-Orten markieren gerade die Literaturen der Schweiz, dass sie nie ganz nur dem nationalen Territorium zugehörig sind, sondern sich immer auch in einer kulturellen Dimension bewegen, die keine topographischen Grenzen kennt. Selbstbewusst verkörpern sie das Eigenrecht der literarischen Phantasie, die ihre eigenen Koordinaten setzen darf. Insofern lässt sich an diesen Nicht-Orten die generelle Frage studieren, wie Literatur uns in ihre sprachlichen Räume einlädt, wie sie diese Räume einrichtet, perspektiviert, öffnet und schließt, um zeichenhaft ihre kleine Welt an die Stelle der großen zu setzen.

Solchen Fragen sind im akademischen Jahr 2011/12 eine Reihe von Seminaren in den verschiedenen Sprachen gewidmet. Diese Seminare werden mit gemeinsamen Veranstaltungen ergänzt und vertieft und treten so untereinander in Austausch.  

Seminare im Programm des akademischen Jahres 2011-2012

Herbst

Dominik Müller, UNIGE: Gottfried Kellers Seldwyla und andere imaginäre Orte in der deutschsprachigen Literatur der Schweiz. Lundi 14-16h.

Alberto Roncaccia, UNIL : "Enunciazione e deissi dello spazio nella recente poesia della Svizzera italiana". Jeudi 10-12h.

Peter Utz und Irene Weber Henking, UNIL : Friedrich Glauser, traduit en français: Die französischsprachige Rezeption eines Deutschschweizer Autors. Mardi 10-12h.

Peter Utz, UNIL : « Seldwyla » – Gottfried Kellers erfundene Schweiz. Lundi 15-17h

 

Frühling

Sylviane Dupuis, UNIGE : Blaise Cendrars, « Du monde entier » et « Dix-neuf poèmes élastiques » (1912-1919), ou la danse des paysages, du monde réel au monde imaginaire. Jeudi 16-18h, salle A 211.

Peter Gasser, UNINE: Friedrich Glauser. Mardi 14-16h.

Reto Sorg, UNIL: "Orte" und "Nicht-Orte" in Friedrich Dürrenmatts "Stoffen". Mardi 15-17h.

François Walter, UNIGE : Patrimoine, mémoire, histoire : des lieux et des objets. Lundi 10-12h.

 

Séminaires autour des littératures suisses

Maximilian Bergengruen, UNIGE : Robert Walser: Zwischen Psychologie und Mystik.

Dominik Müller, UNIGE: Gegenwartsliteratur aus der deutschsprachigen Schweiz (Blockseminar gemeinsam mit PD Fabian Lampart, Freiburg i. Br.).  

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