Modul 4
Evaluation
Die Autonomisierung der Hochschulen ist begleitet von einer Bedeutungszunahme der Evaluation. Erstens hilft die Evaluation den Hochschulen zu erkennen, ob sie ihre Ziele in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Dienstleistungen erreichen und welches ihre Stärken und Schwächen sind. Evaluation stellt daher ein wichtiges Element der Selbststeuerung der Hochschulen dar. Zweitens steht die Evaluation im Dienste der Berichterstattung gegenüber der Öffentlichkeit und den Stellen, welche die Hochschulen finanzieren. Zwar verfügen die Hochschulen bei der Gestaltung ihrer Aufgaben und beim Einsatz der Mittel über einen grossen Spielraum. Gleichzeitig wollen die hochschulpolitischen Aktoren jedoch wissen, wie sie diesen Spielraum nutzen.
Im Kern stellt die Evaluation für die Hochschulen keine neue Aufgabe dar. Diese haben immer schon ihre Lehre und ihre Forschung auf je unterschiedliche Weise evaluiert. Neu ist hingegen, dass sich der Druck und die Notwendigkeit zur Evaluation unter den gegenwärtigen hochschulpolitischen Rahmenbedingungen in allen Ländern verstärkt haben und dass sich die Instrumentarien, welche in der Evaluation eingesetzt werden können, ausdifferenziert und verfeinert haben. Vereinfacht lässt sich sagen, dass in der Evaluation die Hochschulen Wissens, welche sie erzeugt haben, auf sich selber anwenden. Evaluationen können als Instumente systematischer Selbstreflexion begriffen werden.
Schlüsselfragen
- Welches sind die Muster der Evaluationspraktiken an den Hochschulen und in der Forschung in einer internationalen Perspektive?
- In welchem Masse wird die jeweilige Praxis durch die spezifischen hochschulpolitischen Rahmenbedingungen bestimmt?
- Wie formiert sich die Evaluationspraxis an den schweizerischen Hochschulen und in der Forschung?
- Welches sind Aufgaben, Rollen, Ressourcen, Instrumente und Visionen der verschiedenen lokalen, föderalen und nationalen Aktoren?
- Welche sind die wichtigsten Ansätze und Konzepte in der Evaluation der Lehre und der Forschung?
- Ist es namentlichtlich möglich, die praktische Folgen neuer Erkenntnisse frühzeitig zu erkennen?
- Auf welchen Prämissen beruhen die jeweiligen Konzepte und welches ist ihr Leistungspotential für die Praxis?
- Wie kann eine sinnvolle, intelligente und leistungsfähige Evaluationspraxis an den Hochschulen und in der Forschung gefördert werden?
- Welche Bedeutung haben dabei Supportstrukturen, ad hoc Expertise, hochschul- und forschungspolitische Kenndaten, usw.?
Auf einen Blick
Modelle, Methoden, Anwendung
Historischer, politischer und wissenschaftlicher Kontext
Aktoren, Ressourcen, Instrumente, Impact
Evaluation der Lehre und Forschung in einem nationalen und internationalen Kontext
Konzepte, Methoden und Probleme
Organisation und Management der Evaluation
Planung und Begleitung der Projekte
Technology Assessment und Risk Assessment
Methoden und Theorien
Internationale Vergleiche
Verantwortlicher
Prof. Karl Weber
Ort
Universität Bern
Daten
17. März
- 21. April 2006


